"Eine Vorhaut klagt an" - von Shalom AuslanderIch habe beschlossen, diesen Blog auch für themenverwandte Buchempfehlungen zu nutzen. Also, wärmstens empfohlen, ein Roman über einen Jungen, der in einer jüdisch-ultraorthodoxen Familie in New York aufwächst.
Tragische, lieblose Familienverhältnisse und die Angst vor Gott, diesem bösen Mann im Himmel, bestimmen jeden Schritt von Shalom. Überall herrscht Strenge und für alles gibt es eine Thora-Regel. Doch sein Unverständnis dafür und seine Neigung zum Regelverstoß provoziert im Leser eine immer wiederkehrende Lawine von schallenden Lachern.
Shaloms Versuche sich von der fundamental religiösen Familie und von Gott abzuwenden, nur um sich dafür immer wieder zu geißeln, sind unfassbar komisch. So komisch, dass man zu vergessen neigt, in was für freiheitsberaubenden und indentitätsvernichtenden Lebensumständen er aufwächst. Dieses jüdisch ultraorthodoxe Leben birgt für einen Außenstehenden aber auch viel Kurioses. Dass es ein so konservatives Leben mitten in New York geben kann, weckt im Leser zuweilen ein unkontrolliertes Kopfschütteln. In Shalom auch. Und zwar so stark, dass er Konsequenzen zieht...
Ein sehr schöner Roman, der sich wie ein Roadmovie durch eine gottesfürchtige Jugend und darüber hinaus lesen lässt.
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